Trierer Silvesterlauf 11
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So ein Lauf beginnt immer schon zu Hause mit der Vorbereitung. Noch extremer ist diese, wenn der Lauf auswärts stattfindet, man also noch ein ganzes Stückchen fahren muss - so wie die Strecke von Herzogenrath nach Trier.

Der Tag begann mit einem guten Frühstück, zum dem Iris mit frischen Brötchen “anreiste”. Dann wurden bereits die zusammen gelegten Laufklamotten angezogen, also fuhren wir schon beinahe komplett vorbereitet über die Eifel. Nicht vergessen durften wir die VIP-Karten die Marion bei einem Gewinnspiel des Trierer Volksfreund gewonnen hatte.

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Gegen vor 12:00 Uhr waren wir auf der Autobahn und knappe 105 Minuten später in Trier. Bis Bitburg regnete es die ganze Fahrt über - zum Glück hörte der vom Wetterdienst versprochene Regen über der Mosel auf und das sollte auch bis zum frühen Abend so bleiben (ich nenne das Läuferglück)

Nach dem Einchecken im Hotel “Residenz am Zuckerberg” ging es direkt zur Startnummernausgabe, die etwas abseits des Start/Zielbereichs in einer Turnhalle eines Gymnasiums in der in der Nähe des Doms gelegen war.
 
Mit den Nummern in der Hand  liefen wir wieder zurück zum Trierer Hauptmarkt, denn dort sollten wir auf Rainer treffen, einem Lauffreund aus den Facebook Lauffreunden. Das Treffen hat Dank modernster mobiler Kommunikationstechnik auf Anhieb geklappt :-). Es ist immer wieder schön, wenn  Kontakte aus der virtuellen Welt real werden - noch schöner ist es, wenn die Menschen dann so locker sind. Läufer verstehen sich anscheinend immer wieder auf Anhieb, es sind ganz unkomplizierte Menschen, die ein phantastisches Hobby eint!
 
Während des ersten gemeinsamen Gesprächs gesellte sich noch Anne, eine Lauffreundin von Rainer, zu uns, so waren wir eine lustige Truppe.

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Der VIP-Bereich war der rote Doppeldeckerbus direkt neben dem Zielbogen, dort konnten wir also unsere Taschen aufbewahren. Im Bus selbst zogen sich die Eliteläufer aus und um - Läufer sind so unkompliziert...

Wir staunten dann mal wieder nicht schlecht über den Pace, den eben diese Eliteläufer im Lauf der Asse uhrwerksgleich abspulen können. Uns fiel auf, TV-Bilder können dieses enorme Tempo nicht annähernd wiedergeben. Echt Wahnsinn, vor allem die Trainingsarbeit, die dahinter stecken muss.

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Der 5 km Volkslauf der Frauen, zu dem Marion und Iris gemeldet waren, startete um 16:15 Uhr. Den Start erlebten Rainer und ich noch mit, bevor wir uns ca. 2 km warm liefen - hier legte Rainer schon ein ordentliches Tempo vor, mein linker Knöchel muckte mit der Bewegung wieder ein wenig.

Umziehen im Bus, hier lief uns Herbert Steffny über den Weg. Das war schon cool. Steffny ist immerhin der Verfasser meines zuerst gelesenen Laufbuchs.

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Vom Bus aus sahen wir auch Iris und Marion ins Ziel einlaufen; beide verbesserten ihre Bestzeiten auf dieser Strecke (Iris ist sie zum ersten Mal gelaufen).

Mit dem Silvesterlauf soll mein Training für den am 1.4.2012  in Berlin stattfindenden Berliner Halbmarathon beginnen - diesen Lauf in Trier wollte ich als schnellere Richtzeit haben. Das Ziel bestand darin, alle Kilometer im Bereich von ca. 4:50 - 4:59 zu laufen. Als Endzeit sollte zum Schluss irgendetwas von unter 40 Minuten in den Ergebnislisten stehen.

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Gegen 16:45 Uhr sortierten wir uns im Startblock ein, allerdings startete der Lauf nicht wie angekündigt um 16:50 Uhr sondern wegen noch eintrudelnder Läuferinnen erst 10 Minuten später. Hätte ich das geahnt, hätte ich Marion noch zu ihrem guten Ergebnis gratulieren können. Durch die längere Warterei wurde mir vom Warmlaufen angeschwitzten Oberkörper etwas kalt, neben mir ging es einigen Läufern so. 

17:00 Uhr - der Countdown wurde herunter gezählt. Peng - das Rennen begann. Beim Start hörte ich sogar die Kommentierung von Wolf-Dieter Poschmann, dem Streckensprecher in Trier.
Die ersten 250 Meter ging der Lauf ziemlich zäh los, ich blieb immer mal wieder im Verkehr stecken, andere Läufer liefen auf mich auf. Dennoch schaffte ich den ersten Kilometer (= eine Runde) in meiner vorgenommenen Pace. Das ging gut los! Die Kilometer 2 - 4 liefen ebenfalls richtig gut - mein Zeitplan wurde perfekt eingehalten. Erstaunt war ich allerdings, das selbst beim Volkslauf ich zum ersten Mal nach etwas mehr als 2 Runden überholt wurde. Was für ein Tempo!
Etwa ab der Rennhälfte machte sich mein rechter Fuß wieder im Bereich des Knöchels/Schienbeins bemerkbar. Zu blöd diese Schmerzen, aber ich biss mich natürlich durch. Besonders motivierend waren die Zuschauermassen um den Bereich des Hauptmarks und der Brot- bzw. Fleischstraße. Unglaublich, wie eine Menge klatschender und jubelnder Menschen einen Läufer motivieren kann - das Laufen dort hat einfach Spaß gemacht - so dass ich trotz der Schmerzen mein Ziel erreichte.

Glücklich aber ausgepowered traf ich unmittelbar hinter dem Ziel Marion und Iris, da wurde direkt dieses Foto ->
geschossen.

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Für mich gab es im Bus ein Siegerbier - alle Anderen aus unserer kleinen Gruppe tranken Siegersekt - und dabei wurden noch das eine oder andere Erlebnis erzählt, die Zeit verging wie im Flug.
Rainer muss mich am Beginn meiner  7. Runde überrundet haben, das haben Marion und Iris live gesehen, weder Rainer noch ich konnten uns daran erinnern. Tunnelblick.

Es war ein toller Wettkampftag!

Gegen 18:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hotel. Bis zum Viehmarkt wurden wir von Rainer begleitet - dann verabschiedeten wir uns. Wir sehen uns bestimmt bald laufenderweise wieder!

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Der restliche Abend ist schnell erzählt.
Abendessen beim Italiener. Die Nudeln waren gut aber im Lokal war es heiß. Ziemlich heiß sogar, Iris konnte nur im Top sitzen und essen. Wir wurden deswegen gegen 21:00 ein wenig müde, machten uns trotzdem noch einmal auf den Weg in Richtung Porta Nigra. Dort fanden wir bei Theo einen freien Tisch und mit ein paar geistigen Getränken und einem Espresso schafften wir es bis zum Feuerwerk um Mitternacht.

Vor der Porta Nigra feierten wir dann ins neue Jahr, zünftig mit Sekt und Wunderkerzen(!).

Ein ziemlich geiler Tag ging zu Ende.

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Urkunde_Dirk

Unsere Ergebnisse (Bruttozeitmessung)
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Platz St.-Nr. .Name ...........Verein .......AK .AK-Pl. Ges.
114 ..289 .....Neubert, Rainer Der TV Bewegt M45 14 ....00:33:51.5 (4:13,8)
360 ..595 .....Hansen, Dirk ...HansenRuns ...M40 63 ....00:39:41.5 (4:57,6)

Platz St.-Nr. .Name ...........Verein .......AK .AK-Pl. Ges.
091 ..1473 ....Funken, Iris ...Alsdorf ......W45 05 ....00:24:35.7 (4:55,0)
313 ..1417 ....Hansen, Marion .HansenRuns ...W40 49 ....00:31:46.4 (6:21,2)

Wegen meiner andauernden Schmerzen im linken Fuß (Knöchel und später Schienbein) werde ich mit dem Lauftraining für mindestens eine Woche aussetzen. Glücklicherweise beginnt mein Trainingsplan für Berlin gerade erst und die Startwoche ist nicht wirklich intensiv. Die kann ich zur Not auslassen.