Venloop 13
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Venloop in Venlo

Von verschiedenen Läufern hörte ich wiederholt, dass der Venloop Halbmarathon ein einmaliges Lauferlebnis auf meiner Lieblingsdistanz sein soll. Stimmung pur, Niederländer halt. Da der Lauf meistens ziemlich schnell ausgebucht ist, meldeten wir uns bereits Anfang November an. Marion für den 5er als schneller Trainingsreiz für ihren Halbmarathon in Berlin und ich für die Halbdistanz.

Mit einem von mir modifizierten Marquardt-Plan bereitete ich mich auf den Venloop vor. 12 Wochen Training, wobei der Anfang (mal wieder) von einer Verletzung im linken Schienbein- bzw. Fußbereich geprägt war. Durch die Entdeckung der Pferdesalbe(!) und ihre Wirkung konnte ich den Plan zufriedenstellend absolvieren. Wegen des langen Winters fehlten mir ein wenig die schnellen Einheiten, die ich bei Kälte bewusst nicht ausführe. Apropos Kälte.... Die Wetteraussichten für den Wettkampftag in Venlo waren übel. Temperaturen von maximal 3°C und ein kalter Ostwind, der in Böen mit bis 60km/h durch die Straßen fegte. Als Marion und ich vormittags das Auto verließen und uns in Richtung des Startbereichs aufmachten, wollten wir gleich wieder umkehren. Gegen den Wind war es saukalt, Spaß ist anders.

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Da wir jedoch Athleten sind, kämpften wir uns dann doch zum Startbereich durch. Dort war das Hotel Station unser Aufenthaltsort für diesen Lauftag, schön warm war es hier und Kaffee und Tee gab es noch dazu.

Marion war zuerst dran. Sie absolvierte die 5km Strecke in unter 30 Minuten und verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit deutlich. Die erste Marke war gesetzt und das unter diesen Bedingungen!

Wegen des schlechten Wetters wollte ich den Venloop kurzer Hand als Trainingslauf für den zwei Wochen später in Berlin stattfindenden Halbmarathon laufen. Ich plante  mit einer Pace von 5:20 zu rennen, dabei den Lauf und die Stimmung zu genießen. Die Sub 105 sollten noch 14 Tage warten…

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Roland lotsten wir zum Hotel, Sven und Arnd erreichten wir nicht telefonisch, die beiden trafen wir kurz vor dem Start im Startbereich. Kurz vor dem Startschuss (die niederländische Nationalhymne wurde wegen der nationalen HM-Meisterschaft gesungen) rückten wir vor bis zur Zielmarke von 90 Minuten. Oh je, oh je.

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Dann der Start. Im vorderen Bereich ging direkt die Post ab. Da ich nicht als allzu große Bremse mitlaufen wollte, beschleunigte ich auf ein Tempo von unter 5 Minuten. Ich warf meinen Plan in dieser Phase zum zweiten Mal über den Haufen und nahm mir vor, die ersten 5 km mit Rückenwind im angepeilten HM-Tempo zu absolvieren. In dieser Phase liefen Roland und ich auf einer Höhe, mit Rückenwind machte das alles richtig viel Spaß. Spaß hatten übrigens auch die vielen Zuschauer am Straßenrand, die häufig unterstützt von deutscher Schlagermusik und holländischem Bier die Stimmung anheizten. Genial – trotz der Kälte waren sehr viele Zuschauer unterwegs.

Die ersten 5 km absolvierte ich genau nach Plan (handgestoppt 24:50 Minuten) und ich fühlte mich gut. Interessanterweise waren die Abweichungen zwischen GPS-Uhr und den Streckenmarkierungen nicht so weit auseinander wie sonst, mein Tempo konnte ich demzufolge ziemlich genau ablesen. Ich lief das Tempo einfach weiter, wollte nun 10 Wettkampfkilometer absolvieren und auf dem Rückweg, im Gegenwind, das Tempo rausnehmen. Ich lief ziemlich locker und lief weiter…

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Nach 49:20 Minuten erreichte ich recht entspannt die 10 km Marke. Vielleicht ging trotz der Bedingungen doch mehr? Jetzt wollte ich es einfach riskieren, das Tempo blieb konstant, auch an der Maas entlang und das mit Gegenwind. Die Kilometer verflogen nur so. Wurde ich am Anfang von vielen Läufern überholt, kassierte ich jetzt Einen nach dem Anderen ein. 15 Kilometer - ich war immer noch im Plan, auch die dritten 5 km lief ich genau im 5er Pace.

Man sagt, ein Halbmarathon fängt bei Kilometer 17 an. So auch an diesem Tag. Der permanente Wind war nun spürbar, jetzt musste ich kämpfen. Ganz schlimm wurde der 20. Kilometer. Es ging über die Zuiderbruck über die Maas. Der (eigentlich kleine) Anstieg im Gegenwind war an diesem Tag mein Knackpunkt, ich konnte mich nicht nach vorne schieben. Die Pacecanzeige stand am Brückenscheitel bei 5:30, auch der Endspurt konnte die hier verlorene Zeit dann leider nicht mehr raus holen.

Getragen von der Menschenmenge auf dem letzten Kilometer finishte ich mit netto 1:45:27 – ich war mehr als zufrieden mit meiner neuen Bestzeit, auch, wenn ich das sub1:45 Ziel um blöde 27 Sekunden verfehlt hatte. Im Ziel traf ich dann auf Sven (auch er lief eine neue PBZ), er hatte mich nicht so früh hinter der Ziellinie erwartet.


Fazit. Der Venloop ist eine perfekte Laufveranstaltung und dazu fast vor der Haustür. Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit von der Partie.
 

Unsere Ergebnisse:
Van der Valk Hotel Venlo halve marathon
Platz.Name............AK....Pl-AK. Zeit
1074. Hansen, Sven....M45...180...01:42:26
1301. Hansen, Dirk....M45...236...01:45:27
1675. Weiser, Roland..M40...266...01:49:41
2070. Butsch, Arnd....M40...320...01:54:17


Finisher gesamt: 5521
Finisher AK45M: 828

Fontys 5 kilometer
Platz.Name............AK....Pl-AK. Zeit
0668. Hansen, Marion..W45...129...00:29:44

Finisher gesamt: 1352
Finisher AK45: 334

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UrkundeVenloop13-1