Venloop 14
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Nach der ersten Venloop-Erfahrung war klar, dort muss ich 2014 wieder dabei sein. Als Anfang August das Anmeldefenster geöffnet wurde, setze ich dieses Vorhaben in die Tat um – immerhin gibt es nur etwa 7000(?) Startplätze, die relativ schnell vergeben waren.

Das Wetter war dieses Jahr ganz anders als im letzten Jahr. Da wars nämlich saukalt und ein fieser Ostwind, der die Temperaturen gefühlt in die Minusgrade absinken ließ, führte beinahe dazu, dass wir unverrichteter Dinge wieder am liebsten wieder umgekehrt wären.
Am 30.03.2014 gab es konträr dazu 21°C, der Wind war maximal erfrischend, aber leider kaum vorhanden – es war der erste richtig warme Lauftag in diesem Jahr. Für mich stand der Venloop 2014 ganz im Zeichen des  geplanten Marathon-Debüts in vier Wochen in Düsseldorf. Geplant hatte ich deshalb ein durchschnittliches Tempo von 5:10 min/km, bei diesem Wetter empfand ich das als gute Herausforderung und ganz sicher als ein wertvolles Tempotraining.

Marion und ich kamen gegen 12:15 Uhr in Venlo an. 15 Minuten später waren wir im Start- und Zielbereich und erlebten das Ende des 10 km Laufs. Es war verrückt, wie viele Leute bereits an der Strecke standen, wegen des schönen Wetters waren es doch einige 1000 mehr als in der Kälte vor einem Jahr.

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30 Minuten vor dem Halbmarathonstart lief ich mich in einer Seitenstraße ein und dabei kam mir Arnd mit seiner kompletten Familie entgegen. Wegen der vielen Menschenmassen und der teilweise eingeschränkten Kommunikation dachte ich schon, dass wir die anderen Aachener nicht sehen würden. Sven allerdings blieb zunächst verschollen…

Arnd und ich gesellten uns kurz vor 14:00 Uhr in den Startbereich sub 1:45. Mit Konfettikanonen und lauter Musik wurde die Stimmung eingeheizt. Mit etwas Verspätung startete um 14:10 Uhr der Halbmarathon; wir überquerten ca. 4 Minuten später die Startlinie. Die ersten beiden km vergingen wie im Flug vorbei am dichten Zuschauerspalier. Das Tempo im Gewühl war perfekt, wir konnten locker die geplante Pace laufen. Das gute Tempogefühl hielt an und an den immer wieder auftauchenden Zuschauerspots mussten wir unsere Euphorie und damit auch unser Tempo wieder bremsen. Ich spürte das eine oder andere Mal eine Ganzkörpergänsehaut (und damit ein Runnershigh (?)) – danke Venlo! Ruckzuck waren 10 km vorbei und damit fast die Hälfte erledigt. Von dieser Marke ging der Weg schon wieder zurück in die Innenstadt – ein gutes Gefühl, auch weil das Tempo stimmte. Den ersten negativen Tempoausreißer hatten wir auf der ersten Maasquerung bei km 14; den leichten Anstieg absolvierten wir nur mit einer 5:18er Pace. Die kommenden beiden Kilomter liefen sich wieder flüssig, allerdings war die Hitze nun spürbar. Am Verpflegungspunkt bei Kilometer 16 machte ich einen kurzen Stopp. Trank in Ruhe im Gehen einen Becher mit ISO-Zeugs und holte mir einen Schwamm, mit dem ich Nacken und Stirn erfrischte. Diese 20 Sekunden Pause ließen meine Kräfte spürbar ansteigen. Ich fand schnell mein Tempo wieder und sah plötzlich Sven, der mich überholte. Kurzer Plausch, er hielt sein angepeiltes 5:00er Tempo und zog weiter.
Während des 19. Kilometers erreichte ich Arnd, der meinem Tempo nun nicht mehr folgen konnte. Die letzte Maasbrücke hatte  es wieder in sich; ich wollte das geplante Tempo jetzt nicht auf Teufel komm raus halten sondern noch ausreichend Kraftreserven für einen einigermaßen akzeptablen Schlussspurt aufbewahren – das wollte ich mir vor den Zuschauermassen in der Innenstadt nicht nehmen lassen.
Der letzte Kilometer in der Innenstadt war eines meiner genialsten Lauferlebnisse bisher. Menschen über Menschen und dazwischen ein vielleicht 2,5 m breiter Weg. Alle 10 m hörte man eine andere Musik, die Menschen klatschten und feuerten jeden Läufer an. „Hup Dirk!“ Irgendwann sah ich den Zielbogen und war beinahe traurig, dass es schon vorbei war. Ich stoppte nach 1:48:43 ab und hatte damit mein angepeiltes Tempo im Durchschnitt ziemlich genau eingehalten (Pace 5:09).

Medaillenübergabe, gemeinsames kurzes Warten mit Sven auf Arnd und dann die Zielverpflegung genießen.  Wir haben uns alle über unseres Ergebnisse gefreut, war es doch eine ganz wichtige Trainingsetappe  und ein Meilenstein in der Vorbereitung für unseren ersten Marathon.

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Eins ist übrigens sicher, im kommenden Jahr möchte ich diesen Halbmarathon erneut erleben.

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UrkundeVenloop2014